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Grundlagen der Fotografie- So finden Sie die richtige Blende für Ihr perfektes Foto

 

Fragt man einen erfahrenen Fotografen was es braucht, um ein tolles Foto zu machen, wird meist sehr schnell der Ausdruck „die richtige Blendeneinstellung“ genannt. Das ist auch tatsächlich so, möchte man ein gutes Bild schießen, auf dem einfach alles stimmt, ist die richtige Einstellung der Kamera ein entscheidender Faktor, um diesen Wunsch auch in die Tat umzusetzen. Doch was genau ist eigentlich eine Kamerablende und warum ist diese so wichtig? Das alles und noch vieles mehr erfahren Sie nun in diesem Artikel. Auf dieser Weise werden Sie ab jetzt immer die richtige Einstellung wählen, um Ihr Traumbild zu schießen.

 

Was ist eine Kamerablende?

 

weitwinkel objektiv test blendeBei einer Blende handelt es sich um einen eingebauten Regler in der Kamera, mit dessen Hilfe es möglich ist zu bestimmen, wieviel Licht auf den Sensor fallen soll. Auf diese Weise kann man die Schärfentiefe eines Bildes stark verstärken beziehungsweise verringern und so das Foto optisch gestalten. Mit ein bisschen Übung und der richtigen Einstellung kann man mithilfe der Blendenzahl auch als ambitionierter Neufotograf innerhalb kürzester Zeit fantastische fotografische Kunstwerke erschaffen. Doch wie funktioniert das nun genau?

Kurz zusammengefasst sorgt eine Kamerablende dafür, dass die Objektivöffnung mehr oder weniger weit geöffnet ist. Ist das Objektiv weit geöffnet, kann viel Licht auf den Sensor einer Digitalkamera fallen und umgekehrt. Hört man erfahrenen Fotografen zu, wenn sie über ihre Arbeit und besonders erfolgreiche Aufnahmen sprechen, werden meist Buchstaben- und Zahlenkombinationen wie zum Beispiel ich f/1,4 oder auch f/8 genannt. Diese bezeichnen die verwendete Öffnungsgröße und zwar auf so exakte Art und Weise, dass genau diese bei einem erneuten Versuch eingestellt werden kann, wenn man das möchte beziehungsweise wenn ein anderer Fotograf ebenfalls mit dieser experimentieren will. Umso kleiner die Zahl nach f ist, umso größer ist im Gegensatz dazu die Einstellung der Öffnung der Kamerablende. Wählt man eine Blendeneinstellung zwischen f/8 und f/22 handelt es sich um eine kleine Blendenöffnung. Niedrigere Zahlen hingegen betiteln eine größere Blendenöffnung. Haben Sie diese wichtige Grundregel der Kameratechnik und der Bildgestaltung verstanden, sind Sie Ihrem Ziel tolle und ausdruckstarke Bilder zu machen bereits einen ganz gewaltigen Schritt näher gekommen.

 

 

Die richtige Einstellung der Blende

 

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei der Einstellung der Kamerablende um einen äußerst wichtigen Faktor, der darüber entscheiden kann, ob ein Bild zum echten Blickfang wird oder doch nicht so ganz gelingt. Das kommt daher, dass diese über die Schärfe des Bildes entscheidet und somit die Qualität der Fotografie entscheidend beeinflussen kann. Möchten Sie das Bild ein bisschen unscharf und verschwommen gestalten, sollten Sie die Blende sehr weit öffnen und viel Licht auf den Sensor treffen lassen. Haben Sie allerdings vor, ein „scharfes“ Bild zu machen, das über eine sehr hohe Schärfentiefe verfügt, sollten Sie die Blende hingegen so wie möglich schließen. Wollen Sie herausfinden, wie Sie diese Einstellungen an Ihrer Digitalkamera am besten vornehmen und wie sich diese unterschiedlichen Varianten auf die Gestaltung des Bildes auswirken, sollten Sie das gleiche Motiv mit verschiedenen Blendeneinstellungen abbilden und Ihre Ergebnisse anschließend vergleichen. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, immer denselben Abstand zum Motiv zu wählen, so dass das Ergebnis unverfälscht ist. Mit solchen Versuchen lernen Sie nicht nur Ihre Kamera viel besser kennen, sondern entdecken auch die Möglichkeiten, die Ihnen dank der Blendeneinstellungen zur Verfügung stehen. Achten Sie jedoch immer darauf, ebenfalls auf die Menge des Lichts zu achten, das Ihnen bei der Aufnahme zur Verfügung steht, da dieses stark das Gelingen eines Bildes beeinflusst.

 

Die Schärfentiefe als optisches Gestaltungsmittel in der Fotografie

 

Wer hat sie noch nicht staunend betrachtet, die wunderschönen Porträtaufnahmen von Menschen, deren ausdruckstarkes Gesicht im Mittelpunkt der Aufnahme stehen, während der Hintergrund weich und verschwommen ist. Durch dieses gestalterische Stilmittel ist ganz einfach zu erkennen, was wichtig ist und was nicht. Zwar scheint dieses bei dem hier beschriebenen Beispiel auf dem ersten Blick ganz klar, aber die Unschärfe kann auch bei anderen Fotos als geeignete gestalterische Methode verwendet werden, um wichtige Teile eines Bildes auf den ersten Blick sichtbar zu machen. Inwieweit die Unschärfe dabei den Hauptanteil des Bildes ausmachen soll oder doch nur einen kleinen Teil des Fotos ausmacht, ist dabei voll und ganz den gestalterischen Vorliebe des Fotografen überlassen.. Entscheidet man sich dafür, nur einen bestimmten Teil der Fotografie unscharf gestaltet werden soll, ist es wichtig, das Objektiv exakt auf das Motiv zu richten und die Kamera anschließend darauf zu fokussieren. Die dabei entstehende Unschärfe im Bild wird in Fachkreisen als Bokeh bezeichnet und ob diese Unschärfe als künstlerisch wertvoll und mit darstellender Kraft wahrgenommen wird oder nicht, ist meist von der Qualität des für die Aufnahmen zur Verfügung stehenden Objektivs abhängig

 

Die geeignete Belichtung für Ihr Motiv

 

Aber nicht nur auf die Schärfentiefe einer Fotografie hat die Blende einen ganz entscheidenden Einfluss, auch die Belichtung wird maßgeblich von dieser bestimmt. Das merkt man ganz schnell, wenn man erste Bilder mit einer eher geschlossenen Blende schießt und diese entweder stark verwackelt oder auch viel zu dunkel sind. Warum das so ist, kann ganz einfach erklärt werden, denn wenn die Blende zu weit geschlossen wurde, kann nicht mehr genug Licht auf den Sensor der Digitalkamera fallen und das Bild wird schnell viel zu dunkel werden. Möchten Sie aber dennoch die Blende eher schließen, dann müssen Sie dafür sorgen, dass das wenige Licht auf andere Weise wieder ausgeglichen wird und Sie so dennoch eine gelungene Aufnahme erhalten, wie wir gleich noch genauer erfahren werden.

Bei diesen Kameraeinstellungen ist es allerdings auch unumgänglich immer im Hinterkopf behalten, dass die weite Öffnung der Blende dazu führt, dass das Licht nur kurz hindurchfallen kann. Eine größere Kamerablende bedeutet also, dass die Belichtungszeit viel kürzer sein muss. Das ist auch ganz einfach nachvollziehen, denn nimmt man zum Beispiel einen Karton mit einem großen Loch kann durch dieses viel mehr Licht fallen, als durch ein kleineres Loch. Entscheidet man sich daher für eine eher kleine Blendenzahl, so braucht man eine umso größere Belichtungszeit, um ein schönes und gelungenes Bild zu erhalten.

Auch hier kann man ganz einfach erste Experimente durchführen, in dem Sie Motive mit der gleichen Belichtungszeit aber mit verschiedener Blendenzahl fotografieren. Betrachtet man im Anschluss die verschiedenen Aufnahmen wird sehr schnell klar, wie sich die Einstellungen auf die Qualität der Bilder auswirkt. Bilder, bei denen man eine große Blendenzahl verwendet hat werden um einiges heller sein, als die Bilder mit einer kleineren. Möchte man dennoch mit einer kleinen Blendeneinstellung arbeiten, muss man dafür sorgen, dass dennoch genug Licht auf den Sensor fallen kann. Der Unterbelichtung des Bildes kann zum Beispiel durch einen höher eingestellten ISO Wert oder auch durch eine länger gewählte Verschlusszeit entgegengewirkt werden. Auf der anderen Seite kann man eine weit geöffnete Blendeneinstellung hervorragend dafür verwenden, um auch noch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen noch schöne Bilder zu machen und auch ohne Stativ für scharfe und unverwackelte Aufnahmen zu sorgen. Das ist vor allem bei Kameraobjektiven der Fall, die über eine Festbrennweite verfügen, da sich aufgrund ihrer Bauweise die Blende in den meisten Fällen viel weiter öffnen lässt. Bei diesen ist somit eine Blendenzahl von bis zu 1.8 oder sogar 1.2 mit Festbrennweiten machbar. Ist man auf der Suche nach einem geeigneten Objektiv, um mit der Blendenöffnung zu experimentieren und neue Dinge auszuprobieren, können Sie gerade für den Anfang Objektive mit Festbrennweiten von 50 mm verwenden. Modelle sind bereits für einen Preis ab ungefähr 100 € erhältlich und werden von bekannten Firmen wie Nikon Canon oder vielen weiteren angeboten.

Inwieweit sich die eingestellte Blendenzahl auf die Tiefenschärfe des endgültigen Bildes auswirkt, wird maßgeblich von der Brennweite aber auch von dem Abstand zum Motiv beeinflusst. Dabei ist auch zu bedenken, dass je länger die verwendete Brennweite wird, umso stärker beeinflusst die Blendeneinstellung auch die Schärfentiefe der Aufnahme. Möchten Sie diesen Effekt als Fotograf weiter verstärken oder auch abschwächen, so ist das ganz einfach möglich, indem Sie den Abstand zum Motiv verkleinern oder auch vergrößern.

Natürlich braucht es viel Erfahrung und Übung, um dieses Zusammenspiel aus technischen Grundlagen und künstlerische Gestaltungsmöglichkeit zu erlernen und auch zu begreifen. Nun erfahren Sie aber noch, wann diese wirklich zur Anwendung kommen und in welchen Bereichen Sie diese wundervolle Möglichkeit der Gestaltung am besten verwenden können.

 

 

Die verschiedenen Anwendungen der Blendenzahl

Es gibt verschiedene Bereiche der Fotografie, in denen das Spiel mit der Tiefenschärfe und Unschärfe äußerst reizvoll ist. Bei der Landschaftsfotografie kommt der Effekt der Unschärfe im Normallfall nicht zum Einsatz, da man doch meist alle Details exakt und scharf wiedergeben möchte. Daher wird hier meist mit einer kleineren Blendenzahl und einem Weitwinkelobjektiv gearbeitet.

Im Gegensatz dazu wird bei der Portraitfotografie sehr gerne mit einer weit geöffneten Blende gearbeitet, um auf diese Weise den im Vordergrund stehenden Menschen in den Mittelpunkt der Aufnahme zu stellen und alle anderen Elemente des Bildes in den Hintergrund zu rücken.

Auch bei der Makrofotografie wie zum Beispiel dem Abbilden von kleinen Tieren kommen immer wieder große Blendenöffnungen zu Einsatz und warum das so ist, lässt sich an den fantastischen Ergebnissen absolut nachvollziehen.

Haben Sie Ihre ersten Erfahrungen mit verschiedenen Blendenöffnungen gemacht, werden Sie schon bald feststellen, wie viel Spaß diese Spielereien machen und welche schönen Bilder dabei entstehen können. Auf diese Weise werden auch Sie bald die perfekte Blendenzahl für jede Aufnahme finden.

 

 


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